Bisherige Inszenierungen


TANGO
Schauspiel von Slavomir Mrozek
Burgtheatersommer 2016

TANGO

Artur ist 25. In seiner Familie herrscht Chaos und sexuelle Freizügigkeit, die Mutter geht fremd, der Künstler-Vater läuft im Schlafanzug durch's Haus, Oma und Onkel sind nicht viel besser. Artur wünscht sich geordnete Verhältnisse und eine Hochzeit mit Ala, ganz in weiß.

Slavomir Mrozek, polnischer Satiriker und Autor, schrieb das Stück 1964. Tango, ein extremer Tanz, von Tabus belegt, als Sinnbild für extreme Kämpfe innerhalb einer Familie, die disharmonischer nicht sein könnte. Tango ist ein Stück aus der wunderbaren Welt des absurden Theaters, rührend komisch, tieftraurig und sehr aktuell.

Regie: Susanne Reichhard; Schauspiel: Ute Loeck, Johanna Mariana, Gotlind Volk, Klaus Hänscheid, Tobias Hey, Wolfgang Kaiser, Ismael Volk; Bühne: Peter Enterlein; Kostüme: Anke Lenz, Oliver Opara; Licht: Gerd Rolfes; Assistenz: Elisabeth Taraba; Produktion: Benjamin Kolass, theaterBurg Roßlau e.V.



Romeo und Julia
von William Shakespeare
Burgtheatersommer 2015 und 2016

Romeo und Julia

Zwei verfeindete Familien - dazwischen die vielleicht berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur ...

Regie: Ismael Volk; Schauspiel: Wolfgang Kaiser, Andreas Klopp, Richard Krutzsch, Ute Loeck, Helmut Meier-Lautenschläger, Fabian Prokein, Jan Schönberg, Elisabeth Taraba; Musik: The Playfords, mit Björn Werner, Benjamin Dressler; Co-Regie: Jan Schönberg; Ausstattung: Anke Lenz, Oliver Opara; Licht: Gerd Rolfes; Produktion: Benjamin Kolass, theaterBurg Roßlau e.V.



Kleine Scherze
Zwei Einakter von Anton Čechov
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Burgtheatersommer 2014

Kleine Scherze

I. Der Heiratsantrag
Ein russisches Landgut im 19. Jahrhundert. Junggeselle Ivan Vasiljevič Lomov erscheint bei seinem Nachbarn, dem Gutsherren Stepan Stepanovič Čubukow. Er will dessen Tochter Natalja Stepanovna einen Heiratsantrag machen. Čubukow ist begeistert und lässt Natalja rufen. Ehe jedoch Ivan Vasiljevič auf das eigentliche Ziel seines Besuchs, "den Heiratsantrag", eingehen kann, kommt es zwischen beiden zu einem unerbittlichen Streit um ein Stück Land, die Ochsenwiese.

II. Der Bär
Die schöne Gutsbesitzerin Elena Ivanovna Popowa ist verwitwet. Seit bald einem Jahr trauert sie um ihren Mann. Nur die Dienerin Luka darf um sie sein. Da kommt "der Bär", Gutsbesitzer Grigorij Stepanovič Smirnoff, Oberstleutnant a.D., zu Besuch. Er will die Schulden des verstorbenen Mannes eintreiben. Es entwickelt sich ein handfester Streit, der zuletzt mit der Pistole ausgetragen werden soll. Doch als Luka zu Hilfe kommt, endet alles ganz anders.

Die beiden 1888 und 1889 uraufgeführten Einakter von Anton Čechov bestechen durch ihre schlicht aufgebaute, übertriebene Handlung. Dezente Situationskomik vermischt sich mit satirischen Anspielungen auf die verlogenen Sitten und die Spießigkeit des russischen Kleinadels.

Regie: Ismael Volk; Schauspiel: Andreas Brendel, Vania Brendel, Klaus Hänscheid, Ute Loeck; Musik: Karl Neukauf; Assistenz: Elisabeth Taraba; Bühne: Ismael Volk und Benjamin Kolass; Kostüme: Anke Lenz; Maske: Oliver Opara; Licht: Gerhard Rolfes; Produktion: Benjamin Kolass, theaterBurg Roßlau e.V.



FAUST (2013)
von J. W. v. Goethe
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Burgtheatersommer 2013

FAUST

Faust strebt nach den „Quellen allen Lebens”. Unterwegs begegnet ihm ein zwiespältiger Kollege, und plötzlich hat er nur noch „das Weibliche” im Kopf; Helena, die Allerschönste, und Gretchen. - Typisch Männer. - Aber was macht diesen Mann, der angeblich im Wald bei Wittenberg Geister beschworen hat, so besonders? Und wie bitteschön verhelfen erotische Gefühle zu höherer Erkenntnis?

Auf Burg Roßlau erzählen sechs Schauspieler die uralte Geschichte der Faust-Figur mit Goethes Worten. Unter der neuen Regie von Jobst Langhans, mit dramaturgischer Unterstützung von Claudius Weise (Regisseur der Burgtheatersommer 2005 bis 2007) wurde eine - natürlich gekürzte - Stückfassung erarbeitet, welche die Vielfältigkeit des Burginnenhofs mit einbezieht. Einzelne Szenen des oft unbekannten, aber mindestens so spannenden und aktuellen zweiten „Faust” wurden zum ersten Teil hinzugenommen.

Regie: Jobst Langhans. Ausstattung: Roy Spahn. Dramaturgie: Claudius Weise. Schauspiel: Meike Frevel, Anton Korppi-Tommola, Sarah Kühl, Ulrich Meyer-Horsch, Julian Meyer-Radkau, Ismael Volk. Fotos: Thomas Grünholz, Mathias Hainke. Produktion: Benjamin Kolass, theaterBurg Roßlau e.V. - gefördert von Land Sachsen-Anhalt, Lotto Sachsen-Anhalt, Forum Theater, Sparkasse Dessau, Stadt Dessau-Roßlau



Leonce und Lena (2011)
von Georg Büchner
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Burgtheatersommer 2011

Leonce und Lena

Die Königskinder Leonce und Lena werden miteinander verlobt, ohne sich zu kennen. Beide beschließen, vor der Hochzeit zu fliehen. Leonce will mit dem arbeitsscheuen Valerio in Italien als Faulpelz leben; Lena lässt sich von ihrer Gouvernante zur Flucht verleiten. Unterwegs begegnen sich beide - und verlieben sich. Maskiert kehren sie an den Hof von Leonces Vater zurück.

Georg Büchners Komödie aus dem Jahr 1836 ist mit ihrer wortspielreichen Ironie und virtuos artikulierter Absurdität zugleich märchenhaftes Lustspiel wie Satire. - Was ist zu tun? - Am Ende antwortet Leonce: „Und morgen fangen wir in aller Ruhe und Gemütlichkeit den Spaß noch einmal von vorne an.”

Regie: Beatrice Scharmann, Bühne: Roy Spahn, Regieassistenz: Johanna Debes, Kostümassistenz: Simone Kreska, Licht: Gerd Rolfes, Fotos: Thomas Grünholz, Schauspiel: Johanna Debes, Klaus Hänscheid, Anton Korppi-Tommala, Rudolf Krause, Ulrike Kühn, Bettina Mahr, Mirko von Matthey, Sophia Riepe, Produktion: Benjamin Kolass, theaterBurg Roßlau e.V., gefördert von: Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, Land Sachsen-Anhalt, Forum Kreuzberg e.V., Förderverein Burg Roßlau e.V., Stadt Dessau-Roßlau



Kleist - zerbrochen der Krug (2010)
von Heinrich von Kleist
Burgtheatersommer 2010

Kleist - zerbrochen der Krug

Ein Krug zerbricht, nachts bei Jungfer Eve. Ein Mann stürzt unerkannt aus der Kammer. Mutter Marthe klagt mit den Scherben vor Gericht. Doch Richter Adam weiss mehr als ihm lieb ist. Und Eve, deren paradiesische Unschuld auf dem Spiel steht, schweigt.

In Heinrich von Kleists häufig gespielter Komödie wird „der zerbrochene Krug” schnell zur Nebensache. Es geht um Ruf, Ehre und Karriere, um lustgetriebene Erpressung - und um die Wahrheit. Doch das Publikum wird bei dem Kriminalfall eher zum Lachen verführt. Aufgrund des knappen Haushalts hat das Ensemble der theaterBurg das Stück anders gelesen. Ausstattung und Vollständigkeit der Umsetzung mussten reduziert werden. Nicht gespart wurde bei Spannung und Humor, wortgewandten Dialogen und sprachlichen Spitzen. Dazu schenkt Burg Roßlau die bewährt eindrucksvolle Kulisse für ein abendfüllendes Theatererlebnis.

Regie: Beatrice Scharmann. Ausstattung: Roy Spahn. Produktion: Benjamin Kolass. Mit Michael Duckstein-Neumann, Meike Frevel, Klaus Hänscheid, Rudolf Krause, Ulrike Kühn, Mirko von Matthey, Sophia Riepe. Eine Produktion der theaterBurg Roßlau e.V., gefördert von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, Stadtsparkasse Dessau, Forum Kreuzberg e.V., Stadt Dessau-Roßlau, Förderverein Burg Roßlau.



Räuber (2009)
von Friedrich Schiller
Burgtheatersommer 2009

Räuber

Zwei Brüder. Der intelligente und freiheitsliebende (spätere) Räuber Karl, vom Vater geliebt, und der kalt berechnende, eifersüchtige, unter Liebesentzug leidende Franz. Der Konflikt um das Erbe des Vaters wird zum Konflikt zwischen Gesetz und Freiheit, um das Sprichwort "Der Zweck heiligt die Mittel", um Unrecht und Engstirnigkeit der Gesellschaft und um das Gewissen. Ein Konflikt, der seit Kain und Abel wieder und wieder aktuell ist.

Der Burgtheatersommer Roßlau 2009 setzt ein bewährtes Konzept fort: klassisches, niveauvolles Theater in Verbindung mit der historischen Kulisse der mittelalterlichen Burg und dem besonderen Charme eines Freiluft-Theaters. Damit ist es in den letzten Jahren gelungen, eine wachsende Anzahl an Besuchern zu begeistern.

Welches Stück eignet sich für eine mittelalterliche Burg besser als Schillers "Räuber"? Regisseurin Beatrice Scharmann, die im vergangenen Jahr mit ihrer Inszenierung von Shakespeares "Liebes Leid und Lust" sehr erfolgreich in Roßlau gestartet ist, baut auf die dramatische Kraft des Sturm und Drang und auf die nie verlorene Aktualität der "Räuber".

Regie: Beatrice Scharmann. Bühne: Roy Spahn. Licht: Richard Krutzsch. Mit David Grimaud, Klaus Hänscheid, Sabine Henn, Mirko von Matthey, Florian Meyer, Dietmar Rüttiger, Jan Schönberg und Ismael Volk. Produktion: Benjamin Kolass.



Der Kick (2008)
von Andreas Veiel und Gesine Schmidt
Gastspiel

Der Kick

Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er durch einen "Bordsteinkick" zu Tode getreten wurde - nachdem ihn drei Kumpels zuvor stundenlang geschlagen, beschimpft und gedemütigt hatten. Es gab erwachsene Zeugen, die nicht eingriffen. Täter und Opfer kannten sich, die Mitwisser hatten die vorangegangenen Misshandlungen mitangesehen, ohne einzuschreiten und schwiegen monatelang.

So schockierend die Tat ist, sie ist kein Einzelfall. Was bringt junge Leute dazu, ohne Hemmungen zu quälen und zu töten? Das Stück und die Inszenierung der Chekh-Off Players Berlin gibt den als Monster abgestempelten Tätern eine Biographie und taucht tief in deren gesellschaftliches Umfeld ein, um die Ursachen exzessiver Gewalt von Jugendlichen besser begreifen zu können.

Regie: Beatrice Scharmann. Bühne: Michael Zimmermann. Licht: Christoph Wüst. Mit Christina Motsch und Michael Barz. Eine Produktion der Chekh-Off Players Berlin. Gefördert von Aktion Mensch. Spielorte: theaterforum kreuzberg, Theaterhaus Mitte, Schloss Lelkendorf (bei Güstrow).



Liebes Leid und Lust (2008)
Burgtheatersommer 2008

Liebes Leid und Lust

Vier Herren im heiratsfähigen Alter schwören der Liebe und den Frauen ab. Sie wollen das Königreich von Navarra zum Weltwunder der Gelehrsamkeit machen. Doch die Prinzessin von Frankreich mit ihren Hofdamen meldet sich zu Besuch... Unsterblicher Ruhm, endliche Lebenslust. - Führt auch die Kraft des Eros zu Wissen, Wahrheit und Unsterblichkeit?

Die theaterBurg Roßlau lädt ein. Zum Spaziergang an den Elbauen, zu kleinen kulinarischen Köstlichkeiten. Und im Innenhof der Festung zu einer selten gespielten Komödie von Shakespeare, voll sprachlicher Schönheit und Witz.

Regie: Beatrice Scharmann. Ausstattung: Roy Spahn. Licht: Christoph Wüst. Kostümassistenz: Ruth Veron. Produktion und Öffentlichkeitsarbeit: Benjamin Kolass. Mit Hansgeorg Gantert, Christina Motsch, Mathias Spahn, Halina Kremser, Helena G. Gutierrez, Aline Joers, Thomas Weppel, Bettina Mahr, Fabian Pfeffer, Erik Studte, Franziska Wente, Michael Barz und Richard Krutzsch. Eine Produktion des theaterBurg Roßlau e.V. gefördert von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, Land Sachsen-Anhalt, Stiftung Edith Maryon, Sparkasse Anhalt-Bitterfeld, Stadt Dessau-Roßlau.



toter Mann kommt (2007)
Koproduktion mit den Chekh-Off Players

toter Mann kommt

ein Theaterprojekt im Rahmen des Aktionstags "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe"

Elaines Sohn, 12 Jahre, wird bei einem Raubüberfall erschossen. Ihr größter Wunsch ist die Hinrichtung des Mörders ... Kates Sohn ist zum Tode verurteilt. Sie sieht die Hinrichtung ... Opfer, Täter, Rache, Schuld, Trauer, Schießbefehl, Tod.

Ein vielschichtiges Projekt zum Thema Todesstrafe, das nach Wegen des Verzeihens sucht, ausgehend von der Begegnung zweier Mütter. Mit Briefen, Geschichten, Fakten und Tagebuchaufzeichnungen aus dem Todestrakt. Ein Projekt, das das Recht auf Leben neu betrachtet; auf der Suche nach der Instanz in uns, die Leben und Würde Anderer achtet.

Eine Produktion der Chekh-Off Players in Kooperation mit der theaterBurg Roßlau. Leitung: Beatrice Scharmann. Mit Christina Motsch, Helena Gonzalez Gutierrez, Michael Barz und Jacek Klinke. Bühne und Kostüme: Nele Ahrens. Produktion: Benjamin Kolass. Mit freundlicher Unterstützung der JVA Dessau-Roßlau. Spielorte: Justizvollzugsanstalt Dessau, Nürnberg, Künstlerhaus K4 in Nürnberg zum Tag der Menschenrechte.



norway.today (2007)
von Igor Bauersima
Gastspiel

norway.today

In norway.today ergreift das Mädchen Julie (20 Jahre) die Initiative. Via Internet sucht sie Jemanden, der bereit ist, sie in den Selbstmord zu begleiten. Im chatroom lernt sie ihn kennen: August, 19 Jahre jung und fast so lebensmüde wie sie selbst. Beide haben sie eigentlich keinen Grund, sterben zu wollen. Sie finden nur keinen guten Grund, weiter zu leben. Und so machen sie sich an die Ausführung ihres wohldurchdachten Planes. Ausgerüstet mit einem Zelt, einer Videokamera und etwas zu essen, begeben sie sich auf die Reise zu einer schneeverwehten Klippe in Norwegen, 600m über dem Meeresspiegel. Aber ihre vermeintlich letzten Stunden verlaufen so gar nicht nach Plan. Ein wunderschönes Polarlicht flackert über den Nachthimmel, unvorhergesehene erotische Anziehungskräfte bringen die Gefühle der beiden gehörig durcheinander, und die Video-Aufzeichnung ihrer Abschiedsreden gerät zum Slapstick zwischen Fake und Sinnsuche, wie soll man sterben, soll man sterben?

Alles geht schief, und dennoch - oder gerade deshalb - finden Julie und August ein Glück, von dem sie sich nicht so schnell erholen werden. Denn auf der Grenze zwischen Leben und Tod wird die Sehnsucht nach dem Leben selbst zum Thema: Die Lust auf Rausch, der "thrill des Extrems", die Frage, was "echt" ist und was " fake", und wie zwei Menschen genesen und aneinander reifen. Sie sind, wie Heinrich v. Kleist sagte, "durch die schöne Anstrengung mit sich selbst bekannt geworden". "Es dreht sich nämlich überraschend komisch um die nicht aufzulösenden Spannungen und Widersprüche zwischen echtem und falschem Gefühl, Lüge und Wahrheit, medialer Virtualität und sozialer Wirklichkeit" (Hamburger Abendblatt)

Igor Bauersima, geboren 1964 in Prag, aufgewachsen in der Schweiz, ist seit 1989 als Architekt, Musiker, Film- und Theaterautor/-regisseur tätig. 1993 gründete er zusammen mit drei Schauspielern die freie Theatergruppe OFF OFF-Bühne für die er neun Stücke schrieb und inszenierte. Mit seinem Stück "Forever Goddard" erhielt die OFF OFF Bühne 1998 auf dem Impuls Festival NRW den Preis für die beste freie Theaterproduktion. Dem Autor, bis heute immer auch sein eigener Uraufführungsregisseur, gelang im Jahr 2000 mit seinem Stück "norway.today" international der Durchbruch. Mittlerweile ist das Stück erfolgreich weltweit an über 100 Bühnen gespielt worden.

Im Oktober 2007 erhielten die Chekh-Off Players für die Produktion "norway.today" den IKARUS 2007. Der IKARUS ist eine Auszeichnung für herausragende Berliner Inszenierungen im Kinder- und Jugendtheaterbereich. Für den IKARUS 2007 wurden u. a. das Grips Theater, die Koproduktion des Deutschen Nationaltheater Weimar und des Theater an der Parkaue, sowie die Vaganten Bühne nominiert. Die Begründung der Jury lautete: "Wenn eine wunderbar differenzierte Stückvorlage auf eine durchgängig mitdenkende Regie und Dramaturgie trifft, die sie mit Schauspielern auf die Bühne bringt, die den Zuschauer immer wieder zur Frage führt, "sind sie es oder spielen sie es nur?", handelt es sich um "norway.today". Der Schauspieler Axel Prahl, Schirmherr der IKARUS-Auszeichnung sagte in seiner Laudatio: "Es ist kein lautes Theater, kein pompöses, heute würde man sagen, es ist kein Event, sondern ein sensibler, leiser aber trotzdem leichter Umgang mit einem schweren Thema und das erreicht die Inszenierung mit einfachsten Mitteln (...) und das Leise ist bekanntlich das Schwerste.

Leitung: Beatrice Scharmann. Mit Lucia Kimmig (in der 2. Staffel umbesetzt mit Christina Motsch) und Richard Krutzsch. Bühne: Roy Spahn. Kostüme: Virginia Arndt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Monika Mundt. Spielorte: Garn Theater Berlin, theaterforum kreuzberg, Christengemeinschaft Prenzlauer Berg, Theaterdiscounter, Dessau-Roßlau.



Die Frauenvolksversammlung (2007)
von Aristophanes
Burgtheatersommer 2007

Die Frauenvolksversammlung

Was ist, wenn die Frauen die Macht ergreifen? Was ist, wenn allen alles gehört? Was ist, wenn jeder schlafen darf, mit wem er oder sie gerade will? In seiner selten gespielten Komödie aus dem Jahr 392 v. Chr. macht Aristophanes die Probe aufs Exempel und präsentiert Ideen, die ihren provokanten Reiz nicht verloren haben. Heute wie damals ist die "Frauenvolksversammlung" eine ebenso übermütige wie treffende Satire auf die Krise der Demokratie, die Verführungskraft radikaler Lösungen und die Unmöglichkeit, mit unvollkommenen Menschen eine vollkommene Gesellschaft zu errichten.

Die theaterBurg Roßlau zeigte dieses Stück zusammen mit einem Auszug aus Platons Dialog "Der Staat", der darin parodierte Ideen mit augenzwinkerndem Ernst philosophisch begründet. Ein antiker Spaß, der gleichermaßen Kopf und Zwerchfell strapazierte!

Regie: Claudius Klein. Mit Magdalene Hurka (Geusistrate), Jacek Klinke (Nachbar), Halina Kremser (Kalonike), Richard Krutzsch (Chremes), Christina Motsch (Nachbarin) und Miriam Sachs (Praxagora). Bühne und Kostüme: Nele Ahrens. Lichtdesign: Christoph Wüst. Assistenz Bühne: Jürgen Ruoff. Produktionsassistenz: Benjamin Kolass. Diese Produktion wurde gefördert von: Land Sachsen-Anhalt, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt und Stadt Dessau-Roßlau.



Die Möwe (2006)
von Anton P. Tschechow
Burgtheatersommer 2006

Die Möwe

Wie kann ein Stück eine Komödie sein, das mit dem Selbstmord einer seiner Hauptpersonen endet? Vielleicht, weil die Menschen in diesem Stück mit geradezu mathematischer Präzision aneinander vorbei leben, reden und lieben. Wer hier über sein Leben nachdenkt, hält es für verfehlt, wer spricht, redet eigentlich nur zu sich selbst und wer liebt, wird nicht wiedergeliebt. Selbst die Erfolgsmenschen sind hier letztendlich Gescheiterte. Nur die junge Nina - die Möwe - begreift, dass auch ein misslungenes, erfolgloses Leben seinen Wert hat und sinnvoll sein kann.

Im Zentrum dieses Stücks steht die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Leben. Was bedeutet die Kunst für das Leben? Was heißt es, für die Kunst zu leben? Ist ein Leben ohne Kunst sinnlos, oder wird umgekehrt eine Kunst sinnlos, die mit dem Leben nichts zu tun hat? Tschechow gibt darauf keine eindeutige Antwort, sondern er stellt durch die Figuren dieses Stücks verschiedene Möglichkeiten vor, dieses Verhältnis zu gestalten, von denen freilich keine überzeugt. Denn darin liegt gerade das Problem, dass ein als sinnlos empfundenes Leben auch durch die Kunst nicht sinnvoll wird, und dass die Kunst mit den Menschen nicht weniger grausam verfahren kann als das Leben.

Regie: Claudius Klein. Mit Anja Behrens (Mascha), Olga Danilova (Arkadina), Hansgeorg Gantert (Trigorin), Klaus Hänscheid (Schamrajew), Magdalene Hurka (Nina), Steffen Neupert (Dorn), Jürgen Ruoff (Sorin) und Ralph Stieber (Medwedjenko). Bühne & Kostüme: Nadine Kälin. Lichtdesign und Technik: Christoph Wüst. Produktionsassistenz: Benjamin Kolass. Diese Produktion wurde gefördert von: Land Sachsen-Anhalt, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Gemeinnützige Treuhand-Stiftung, Landkreis Anhalt-Zerbst, Stadt Dessau-Roßlau und Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt.



Amphitryon (2005)
von Heinrich von Kleist

Amphitryon

Es ist Krieg. Amphitryon, der Feldherr der Thebaner, hat sich schon lange nicht mehr zuhause blicken lassen, wo seine Frau Alkmene auf ihn wartet. Diese Gelegenheit nutzt Jupiter, der Göttervater, um sie zu verführen. Weil aber Alkmene zu treu ist, um sich jemand anderem als ihrem Gatten hinzugeben, nimmt Jupiter dessen Gestalt an und erlebt mit ihr eine berauschende Liebesnacht. Am nächsten Tag kehrt der echte Amphitryon zurück und ist natürlich überrascht, zu hören, daß er schon da war, während Alkmene sich sein widersprüchliches Verhalten nicht erklären kann. Die Verwirrung wird durch weitere Eingriffe Jupiters immer mehr gesteigert und findet schließlich ihren Höhepunkt in einer Gegenüberstellung der beiden Amphitryone, bei der Alkmene entscheiden soll, welcher der echte ist...

Kleist hat aus diesem Stoff, der zu den beliebtesten der Weltliteratur gehört, ein Spiel um die menschliche Identität geformt, das sich durch eine einzigartige Balance zwischen poetischem Tiefsinn und absurder Komik auszeichnet. Thomas Mann hat es begeistert „das witzig-anmutsvollste, das geistreichste, das tiefste und schönste Theaterspielwerk der Welt genannt”.

Regie: Claudius Klein. Mit Ralph Stieber (Amphitryon), Anja Behrens (Alkmene), Magdalene Hurka (Charis), Steffen Neupert (Jupiter) und Thomas Weppel (Merkur). Bühne & Kostüme: Nadine Kälin. Lichtdesign und Technik: Christoph Wüst. Eine Produktion der Werkbühne Berlin und der Fraueninitiative Roßlau e.V. Gefördert von: Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Land Sachsen-Anhalt, Stadt Roßlau und Landkreis Anhalt Zerbst. Produktionsassistenz: Benjamin Kolass.



Produktionen der LENZ BÜHNE

Undine geht (2004)
von Ingeborg Bachmann

Monsieur Ibrahim (2003)
von Eric-Emanuel Schmitt
Koproduktion mit der Werkbühne Berlin

Undine (2002)
von Jean Giraudoux

Mirandolina (2001)
von Carlo Goldoni
und als Szenische Lesung:
Lenz
von Georg Büchner

Goethes Märchen (2000)
Koproduktion mit der Werkbühne Berlin

Turandot (1999)
von Carlo Gozzi

Die Mitschuldigen (1998)
von Johann Wolfgang Goethe
und als Lesung:
Werther

Der Untergang des Hauses Ascher (1997)
nach Edgar Allen Poe


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